Museum Solnhofen - Die Welt in Stein

Die Fossillagerstätten von Solnhofen

 

Mit einer Ausdehnung von über 100 km Länge und bis zu 40 km Breite gehören die unterschiedlichen Fossillagerstätten von Solnhofen zu den weltweit bedeutendsten Fundarchiven der Flora und Fauna des Erdmittelalters. Man unterscheidet insgesamt zehn bekannte größere Beckenstrukturen mit folgenden Fossillagerstätten:

1. Das Solnhofener Becken mit den Lokalitäten Solnhofen, Mörnsheim und Langenaltheim, die Typusregion der Solnhofen Formation mit den Lithographischen Plattenkalken (Malm Zeta 2 b) und der Mörnsheim Formation mit Kieselplattenkalken (Malm Zeta 3).

2. Das Eichstätter Becken, die Region des dünnplattigen "Eichstätter Schiefers", mit den Fossilfundstellen Schernfeld, Blumenberg, Wintershof und Workerszell.

3. Die Sonderfazies der Lithographischen Plattenkalke von Pfalzpaint Mündungsbereich eines Verbindungskanals zwischen den Becken von Eichstätt und Böhmfeld.

4. Das Becken von Denkendorf-Böhmfeld mit Spuren- und Grabgangschichten. Das sind partiell bioturbierte Plattenkalk-Vorkommen bis hin zu Bankkalken.

5. Das Becken von Schamhaupten-Zandt mit den drei unterschiedlich alten Fossillagerstätten Schamhaupten, Oechselberg, Zandt.

6. Das Becken von Hartheim-Hepberg mit überwiegend bioturbierten Bankkalken.

7. Das Becken von Hienheim-Kelheim mit Lithografischen Plattenkalken und den jüngeren Fossillagerstätten in der Hienheim-Formation.

8. Das große Paintener Becken mit Kieselplattenkalken und den darüber liegenden Lithographischen Plattenkalken.

9. Das Becken von Pfraundorf-Heitzenhofen mit der ältesten Fossillagerstätte des Solnhofen Archipels: Brunn.

10. Das Usseltal-Becken mit Kieselplattenkalken und der jüngsten Fossillagerstätte der Solnhofener Erdgeschichte: Daiting.

Fossil-Lagerstätten

 

Untere Haardt

Die Fossillagerstätten entstanden an den Meeresböden und in Lagunenablagerungen. Aufgrund von fehlendem Sauerstoff am und im Meeresboden fehlte auch die bodenlebende Meeresfauna (Benthos), während die Lagune über dem Meeresgrund von einer freischwimmenden Fauna (Nekton) besiedelt war. Mit Aussetzen des Benthos fehlten am Meeresboden natürlich auch die Aasfresser. Der Stoffkreislauf des Lebens wurde unterbrochen. Abgesunkene Tiere und Pflanzen wurden in einem sauerstofffreien Milieu konserviert und fossilisiert.

 

 

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